Bier als Beruf oder Berufung?

Das deutsche Bier ist jedem weltweit ein Begriff. Egal ob über den Teich hinaus in den USA oder auch in Australien wird deutsches Bier geschätzt. Es steht für Qualität, eine erlebbare Vielfalt und gewiss für Tradition, die es sonst nirgendwo auf der Welt gibt. Insgesamt gibt es in Deutschland 1.300 Brauereien, die pro Jahr 100 Millionen Hektoliter Bier brauen. Ein großer Teil des Bieres wird auch in Deutschland verzehrt. Lediglich etwa fünfzehn Prozent werden exportiert in 150 Länder dieser Welt.

Die Brauwirtschaft als Arbeitgeber

Innerhalb der Lebensmittelbranche gehört – wie ganz zu Anfang der Bierbrautradition – das Handwerk zu einem der wichtigsten Zweige. Sie stellen auch heute noch einen der wichtigsten Arbeitgeber dar. Geht man durch eine Brauerei, findet man Menschen mit den unterschiedlichsten Qualifikationen und Tätigkeitsgebieten:

  • Kaufmännische Berufe zum Beispiel als Sekretärin, in der Buchhaltung, dem Rechnungswesen oder am Empfang
  • als Fachmann In der IT-Abteilung
  • als Technischer Betriebswirt
  • als Vertriebsleiter
  • als Lagerverwalter
  • als LKW-Fahrer
  • als Maschinenschlosser
  • als Betriebselektriker
  • als Bierbrauer oder Mälzer

Die Tätigkeitsfelder sind sehr vielfältig und nur ein Hand-in-Hand-Arbeiten kann zum Erfolg führen. Zehntausende Menschen dürfen ihren Arbeitgeber eine Brauerei nennen. Der sogenannte Haustrunk ist unter den Mitarbeitern sehr beliebt. Jeden Monat können die Mitarbeiter eine gewisse Anzahl von Litern mit nach Hause nehmen und so Freunde und Bekannte mit den selbst hergestellten Produkten verwöhnen.

Die Ausbildung zum Bierbrauer

Interessierte benötigen mindestens einen qualifizierten Schulabschluss. Persönlich müssen die angehenden Bierbrauer nicht nur Konzentrationsfähigkeit, Beobachtungsgabe und die Fähigkeit zum schnellen Handeln mitbringen, sondern auch eigenverantwortliches Handeln, Teamfähigkeit und Flexibilität.

Letztlich ist die Kunst des Brauens immer noch ein Handwerk. Daher werden die Abschlüsse zum Braumeister auch von der Handwerkskammer abgenommen.

Die Ausbildung verläuft in zwei Stufen im dualen System. Die Praxis im Betrieb und die Theorie wird in einer Berufssschule vermittelt. Aber nicht nur der Brauprozess wird den Azubis beigebracht, sondern sie durchlaufen auch alle anderen Abteilungen des Unternehmens. Hier lernen die Auszubildenden schnell, worauf es in der Praxis und der jeweiligen Abteilung ankommt und erhalten einen Gesamtüberblick über die vielfältigen Tätigkeiten in einem Brauereibetrieb.

Die Qualitätsprüfung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe ist eine der ersten und wichtigsten Aufgaben, die die Auszubildenden erlernen. Stimmt die Qualität nicht, ist der gesamte Brauvorgang in Gefahr und es wird wertvolle Zeit verloren.

Daneben wird der Maisch- und Kochvorgang – je nach Biertyp – durch Zeit-, Mengen- und Temperaturregelung gelehrt. Hier ist es wichtig, jederzeit die Klarheit und Konzentration der Würze zu prüfen. Parallel werden Wasseranalysen durchgeführt, die Gärung und der Filtriervorgang kontrolliert und das Bier jederzeit analysiert.

Auch die Anlagen betriebsbereit zu halten und deren Sicherheit zu prüfen sind Aufgaben eines Braumeisters.

Insgesamt dauert die Ausbildung zum Brauer oder Mälzer drei Jahre. Im zweiten Lehrjahr wird eine Zwischenprüfung abgelegt. Die Ausbildungsvergütung der angehenden Brauer liegt bei etwa 650 Euro im Monat.

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