Die 10 ungewöhnlichsten Biere

  • 1. Feisty Blonde Ale, HopFusion Ale Works, USA

Dieses helle Bier kombiniert den Geschmack von Orangenblütenhonig mit purer mexikanischer Vanille und Piloncillo, einem braunen Zucker aus Süd- und Mittelamerika. Diese Geschmackskombination soll zum besonderen Trinkerlebnis führen.

  • 2. Harvest Pumpkin Wheat Beer, Blue Moon Brewing, USA

Ganz nach dem Trend aus dem Kaffeemarkt, hat dieses herbstliche Bier mit dem Geschmack von ‘Pumpkin Spice’. Das koscher-zertifizierte Produkt enthält Geschmacksnoten von Nelken, Muskat, Zimt und Kürbis.

  • 3. Lawktoberfest Beer, Legal Draft, USA

Dieses texanische Bier ist angeblich nach bayrischer Tradition gebraut und eine Sonderauflage für die Oktoberfestzeit. Das klare Bier soll über einen leichten Orangengeschmack verfügen und einen malzigen, frischen Nachgeschmack hinterlassen.

  • 4. Motueka Hopfen Bier, Asahi Breweries, Japan

Dieses in Japan verkaufte Bier wird mit dem seltenen, nur in Neuseeland angebauten Motueka Hopfen gebraut.

  • 5. Lindheim Friendship Series, Wild & Mild Ale, Norway

Das mild – aber!- wilde Ale ist gemischt mit vierzig Prozent biologischem Apfelsaft. Der besondere Geschmack ergibt sich daraus, dass es im Eichenfass vergoren wird. Dieses Ale erhält dadurch seine spezielle Note

  • 6. Kona Brewing, Aloha Series Lemongrass Luau Blonde Ale, USA

Das Bier ist reich an biologisch gewonnenem Ingwer und wurde final mit besonderem Zitronengras abgeschmeckt.

  • 7. Browar Jablonowo, Pflaumenbier, Poland

Die polnische Brauerei hat dieses Pflaumenbier erfunden. Dieses Bier zu bekommen ist sehr schwer, da es limitiert ist. Es ist ein dunkles Bier.

  • 8. Botanicals Bazový Kvet s Tymiánom a Citrónom, Tschechien

Die Hauptgeschmacksnoten in diesem alkoholfreien Bier sind Thymian mit Holunderblüten und Zitrone. Die Spezialität reift für genau 19 Tage.

  • 9. Austmann & Wettre Bryggeri, Cucumber Cooler Beer, Norwegen

Dieses Bier mit einem Zusatz von Gemüse soll trotz der Zutat von Gurke, rotem Pfeffer und Zitronengras angenehm fruchtig schmecken und ist in einer Zusammenarbeit von zwei Brauereien kreiert worden.

  • 10. Kriek de Ranke, Belgian Sour Ale, Belgien

Kriek de Ranke ist ein belgisches, saures Ale, das aus einem altem! Bier gebraut wurden. Und wird mit sauren Kirschen verfeinert.

Weltmeisterschaft der Biersommeliers

Erst vor Kurzem fand die sechste Weltmeisterschaft der Biersommeliers im italienischen Rimini statt. Elisa Raus von der Störtebecker-Brauerei setzte sich gegen ihre männlichen Mitbewerber durch und errang den begehrten Titel. Damit ist sie die erste Weltmeisterin der Biersommeliers.

Sie arbeitet in der Störtebecker Braumanufaktur als Pressesprecherin, aber sie kennt sich eben auch mit dem Geschmack von einem guten Bier aus.

Die Akademie Doemens richtete den Wettbewerb aus und lud alle Teilnehmer in das warme Italien ein. Insgesamt folgten dem Ruf rund 80 Biersommeliers aus neunzehn Ländern weltweit. Die weiteste Anreise hatten Teilnehmer aus Puerto Rico, Südkorea, Japan, Brasilien und Kanada.

Sie traten in Vorläufen gegeneinander an und verkosteten die Biere. Hierbei stellten sie zuerst ihre sensorischen Fähigkeiten unter Beweis. Die besten zehn der Vorrunde haben sich dann im Halbfinale gemessen. Die Disziplin war hier, einen Vortrag über ein Bier zu halten und es den anderen Teilnehmern und der Jury näher zu bringen. Im Finale hatten die besten sechs Sommeliers die Möglichkeit, eine ihnen unbekannte Bierspezialität vorzustellen, zu beschreiben und zu bewerten. Das vielfältig interessierte Publikum und die international hochkarätige Jury machte es sich mit der Bewertung nicht leicht. Doch am Ende wurde Elisa Raus zur Weltmeisterin der Biersommeliers im Jahr 2019. Nicht zuletzt ihr Fachwissen kombiniert mit einer tollen Bühnenpräsenz sicherten ihr den ersten Platz.

Den zweiten Platz belegte der Schweizer Patrick Thomi und Dritter wurde der Deutsche Michael Friedrich.

Solche Wettbewerbe können nur durch umfangreiche Fachkenntnisse und Erfahrung gewonnen werden. Die Siegerin stellte in einer hochemotionalen Bierpräsentation das Westmalle Tripels vor. Dabei handelt es sich um ein Trappistenbier aus Belgien. Die Stralsunderin ist erst 28 Jahre alt und seit 2016 Biersommelier. In Ihrer Dankesrede lud sie alle Frauen ein, die Welt des Bieres zusammen mit ihr zu erforschen, denn dort sieht die Weltmeisterin noch Nachholbedarf.

Die Weltmeisterschaft der Biersommeliers findet alle zwei Jahre statt und ist eine schöne Möglichkeit, den Profis über die Schulter zu schauen. Sollte die Weltmeisterschaft auch in Ihrem Land einmal stattfinden, empfehlen wir jedem, der diese Zeilen liest, dort hinzugehen, die Atmosphäre zu genießen und natürlich Bier zu trinken.

Neben Deutschland, Österreich und Brasilien war es mit Italien erst das vierte Land, in dem die Meisterschaft ausgetragen wurde. Wo genau die nächste Meisterschaft im Jahr 2021 stattfinden wird, ist noch nicht festgelegt.

Das erste Biermischgetränk

Das urbayerische Getränk – Bier mit Zitronenlimonade – hieß zuerst Russ. Es bestand zur Hälfte aus Weiß- oder Weizenbier und zur anderen Hälfte aus klarer Zitronenlimonade. Für die Herkunft des Begriffes Russ liegen verschiedene Erklärungen vor.

Die häufigste literarisch anzutreffende Variante ist, dass die Russ’n-Maß aus dem Jahr 1918 ein Kind der Revolution war. Erstmals wurde Bier im Mathäser-Keller mit Zitronenlimonade zusammengemischt. Nach dem ersten Weltkrieg trafen sich dort im Keller nämlich überwiegend kommunistische Anhänger einer Räterepublik. Ob sie kein Bier mehr hatten und sich gezwungen sahen, die Bierkrüge mit Zitronenlimonade aufzufüllen oder ob sie verhindern wollten dass sie zu schnell vom hohen Alkoholkonsum müde wurden, ist nicht überliefert. Jedenfalls sprach sich das neugeschaffene Mischgetränk schnell herum und erfuhr große Beliebtheit. Deswegen heißt das Radler in Bayern noch Russ oder Russe.

Im Laufe der heutigen Zeit entwickelten viele regionale Brauereien Bier-Mischgetränke, wie zum Beispiel das Frankenheim blue, das zu 40 Prozent mit Cola gemischt wird. Viele Jugendliche greifen während ihrer ersten Alkohol-Erfahrungen auf diese Mischgetränke zurück, da diese nicht so herb schmecken wie pures Bier.

Durch die Mischung ist der Alkoholgehalt mit etwa 2,9 Volumenprozent um die Hälfte niedriger als bei Bier.

Zuhause brauen

Immer häufiger werden Biere auch zu Hause gebraut. Mit einer sehr detaillierten Anleitung schafft es nahezu jeder, zu Hause selbst Bier zu brauen. Die Materialien, die man nicht unbedingt zu Hause hat, werden in kompletten Brauboxen inklusive dem Rohmaterial geliefert.

Kein Wunder, dass immer mehr Menschen sich die Zutatenliste anschauen und versuchen, ihr eigenes Bier zu brauen. Seit einigen Jahren gibt es immer mehr Hobby-Brauer. Wer es selbst einmal ausprobieren möchte, findet im Internet sehr gute Tipps, Anleitungen und Anregungen, wie es funktioniert.

Allerdings sollte man sich selbst dabei nicht zu sehr unter Druck setzen, wenn es das erste Mal nicht klappen sollte, denn es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Man sollte sich Zeit lassen und auch ruhig mehrere verschiedene Zutaten kaufen, um so herauszufinden, welcher Malz und welcher Hopfen zu seinem gewünschten Biergeschmack beiträgt. Das erste selbstgebraute Bier sieht meistens nur danach aus und riecht auch so. Unser erstes selbstgebrautes Bier schmeckte überhaupt nicht und wir konnten die zehn Flaschen wegwerfen. Ihr werdet die nächsten Brauversuche noch benötigen, um euren individuellen Stil zu festigen.

Auch das Spiel mit den Rohstoffen macht Freude. Wir wünschen euch bei euren ersten, zweiten und … Versuchen viel Spaß!

Welche Innovationen können uns erwarten?

Lange Zeit durfte in Deutschland kein ausländisches Bier mit der Bezeichnung „Bier“ verkauft werden, wenn es nicht nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut worden ist. Das war im Jahr 1993.

Island hat zum Beispiel ein Bier mit Walhoden-Aroma im Angebot. Auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es immer mehr Sorten mit außergewöhnlichen Inhalten und Geschmacksrichtungen. Doch was können wir uns für die Zukunft vorstellen?

Wer gedacht hat, dass die Mischung von alkoholisierten Getränken lediglich den Cocktails oder den Spirituosen vorbehalten ist, der hat sich eindeutig getäuscht, denn auch heute schon gibt es Bier mit Sekt oder Whisky.

Innovation Hanf

Die Kultpflanze Hanf wird heutzutage nicht nur in der Kosmetikindustrie eingesetzt. Nein, wir könnten uns diese Pflanze auch im Bier vorstellen. Selbstverständlich nur in Form der legalen Variante, aber immerhin.

Innovation Wein

Es dürfte nicht mehr allzu lange dauern, bis der erste Brauer Bier und Wein mischt. Der Spruch „Bier auf Wein, das lass sein – Wein auf Bier, dass gönn ich dir“ könnte damit der Vergangenheit angehören.

Innovation Süßigkeit

Haben Sie nicht schon einmal davon geträumt, dass Ihr Bier ähnlich schmeckt wie Ihre Lieblingsschokolade? Was wäre, wenn ein wenig Gummibärchen-Extrakt im Bier enthalten ist? Es findet sich mit Sicherheit ein Brauer, der verrückt genug ist, das auszuprobieren.

Die Wettbewerbe

Biertester klingt wohl nach einem Traumberuf für jeden Biergenießer in Hobby und Freizeit. Das wäre ähnlich, als würde man Luxus-Hotel-Betten-Tester oder Wellness-Hotel-Tester suchen.

Welches Bier kann gewinnen?

Das Aussehen ist eines der wichtigsten Kriterien. Hat das Bier für seine Sorte die korrekte Farbe? Ist es klar? Hat es eine gute Schaumbildung? Bleibt der Schaum oder zerfällt er schnell?

Der Geruch ist außerdem wichtig für die Bier-Sommeliers. Finden sich spezifische Aromen wieder? Ist es dem Brauer gelungen, das Aroma des Hopfens besonders zu betonen?

Der alles entscheidende Punkt ist natürlich der Geschmack. Wie gut ist der Charakter des Bieres ausbalanciert? Braucht das Bier mehr Zeit oder ist die Gärung abgeschlossen? Wie harmoniert das Bittere und die Restsüße miteinander?

Zuletzt wir der Gesamteindruck kritisch geprüft. Würde man gern von dieser Sorte ein zweites Bier trinken wollen?

Selbstverständlich ist es auch Aufgabe der Bierjuroren mögliche “Off-Flavours”, also ungewünschte Stoffe im Bier, zu erkennen und dem Brauer Tipps geben zu können, diese in Zukunft zu vermeiden. Besonders häufige Fehler sind:

  • Unerwünschte Hefen in Verbindung mit Bakterien. Oft ist die Rede von „Krankenhaus-Geruch“.
  • Oxidation – Dieser Geruch wird als „nasse Pappe“ beschrieben und erinnert an Sherry-Noten
  • DMS / Dimethylsulphides. Dieser Stoff entsteht während des Würzekochens auf natürliche Weise. Bei manchen Bieren dominiert das Aroma den Geschmack übermäßig. Das Bier müffelt dann nach gekochtem Gemüse.

Bierwettbewerb – mehr als ein Schönheitswettbewerb

Eine Jury zu finden, die einen Bierwettbewerb leiten kann, ist eine Disziplin, die zweierlei Dinge bedarf:

Zuerst ist eine genaue Kenntnis des Brauprozesses und besondere Fähigkeiten aus dem Bereich der Sensorik wichtig, um mit der Erfahrung und dem Wissen über Bier auch etwas anfangen zu können. Bei einem professionellen Wettbewerb geht es weniger darum, den Sieger mit den meisten Punkten in seiner Kategorie zu finden.

Viel bedeutsamer ist jedoch, dass die Teilnehmer ein professionelles Feedback zu ihren erschaffenen Kostbarkeiten erhalten. Jeder Bierbrauer kann von den Tipps der Jury profitieren und den Ablauf des Bierbrauens somit verbessern. Damit ist der wichtigste Teil des gesamten Wettbewerbs eher das Feedback während der Bierverkostung.

Daher ist es absolut wichtig, dass die Juroren eines Contests eigene Erfahrungen im Bierbrauen als Hobby- oder professionelle Brauer gemacht haben und ihr Wissen an die Bewerber stets ehrlich und seriös weitergeben.

Innerhalb von Deutschland hat sich die Frankfurt International Beer Trophy bereits einen Namen gemacht. Dieser internationale Wettbewerb stellt einen Meilenstein der Bier-Wettbewerbsgeschichte dar. Es treffen erfahrene Amateure auf internationale Experten und bewerten gemeinsam Biere.

Bier als Beruf oder Berufung?

Das deutsche Bier ist jedem weltweit ein Begriff. Egal ob über den Teich hinaus in den USA oder auch in Australien wird deutsches Bier geschätzt. Es steht für Qualität, eine erlebbare Vielfalt und gewiss für Tradition, die es sonst nirgendwo auf der Welt gibt. Insgesamt gibt es in Deutschland 1.300 Brauereien, die pro Jahr 100 Millionen Hektoliter Bier brauen. Ein großer Teil des Bieres wird auch in Deutschland verzehrt. Lediglich etwa fünfzehn Prozent werden exportiert in 150 Länder dieser Welt.

Die Brauwirtschaft als Arbeitgeber

Innerhalb der Lebensmittelbranche gehört – wie ganz zu Anfang der Bierbrautradition – das Handwerk zu einem der wichtigsten Zweige. Sie stellen auch heute noch einen der wichtigsten Arbeitgeber dar. Geht man durch eine Brauerei, findet man Menschen mit den unterschiedlichsten Qualifikationen und Tätigkeitsgebieten:

  • Kaufmännische Berufe zum Beispiel als Sekretärin, in der Buchhaltung, dem Rechnungswesen oder am Empfang
  • als Fachmann In der IT-Abteilung
  • als Technischer Betriebswirt
  • als Vertriebsleiter
  • als Lagerverwalter
  • als LKW-Fahrer
  • als Maschinenschlosser
  • als Betriebselektriker
  • als Bierbrauer oder Mälzer

Die Tätigkeitsfelder sind sehr vielfältig und nur ein Hand-in-Hand-Arbeiten kann zum Erfolg führen. Zehntausende Menschen dürfen ihren Arbeitgeber eine Brauerei nennen. Der sogenannte Haustrunk ist unter den Mitarbeitern sehr beliebt. Jeden Monat können die Mitarbeiter eine gewisse Anzahl von Litern mit nach Hause nehmen und so Freunde und Bekannte mit den selbst hergestellten Produkten verwöhnen.

Die Ausbildung zum Bierbrauer

Interessierte benötigen mindestens einen qualifizierten Schulabschluss. Persönlich müssen die angehenden Bierbrauer nicht nur Konzentrationsfähigkeit, Beobachtungsgabe und die Fähigkeit zum schnellen Handeln mitbringen, sondern auch eigenverantwortliches Handeln, Teamfähigkeit und Flexibilität.

Letztlich ist die Kunst des Brauens immer noch ein Handwerk. Daher werden die Abschlüsse zum Braumeister auch von der Handwerkskammer abgenommen.

Die Ausbildung verläuft in zwei Stufen im dualen System. Die Praxis im Betrieb und die Theorie wird in einer Berufssschule vermittelt. Aber nicht nur der Brauprozess wird den Azubis beigebracht, sondern sie durchlaufen auch alle anderen Abteilungen des Unternehmens. Hier lernen die Auszubildenden schnell, worauf es in der Praxis und der jeweiligen Abteilung ankommt und erhalten einen Gesamtüberblick über die vielfältigen Tätigkeiten in einem Brauereibetrieb.

Die Qualitätsprüfung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe ist eine der ersten und wichtigsten Aufgaben, die die Auszubildenden erlernen. Stimmt die Qualität nicht, ist der gesamte Brauvorgang in Gefahr und es wird wertvolle Zeit verloren.

Daneben wird der Maisch- und Kochvorgang – je nach Biertyp – durch Zeit-, Mengen- und Temperaturregelung gelehrt. Hier ist es wichtig, jederzeit die Klarheit und Konzentration der Würze zu prüfen. Parallel werden Wasseranalysen durchgeführt, die Gärung und der Filtriervorgang kontrolliert und das Bier jederzeit analysiert.

Auch die Anlagen betriebsbereit zu halten und deren Sicherheit zu prüfen sind Aufgaben eines Braumeisters.

Insgesamt dauert die Ausbildung zum Brauer oder Mälzer drei Jahre. Im zweiten Lehrjahr wird eine Zwischenprüfung abgelegt. Die Ausbildungsvergütung der angehenden Brauer liegt bei etwa 650 Euro im Monat.

Staatsbrauereien

Auch viele Städte erkannten durch die immer reicher werdende Kirche, dass das Bierbrauen sehr lukrativ ist.

Das Hofbräu-Bier zum Beispiel wurde im Jahr 1589 von Herzog Wilhelm V. von Bayern ins Leben gerufen. Mit Ausrufung der Republik im Jahr 1919 wurde die Brauerei dem Freistaat Bayern zugeschrieben und wurde somit staatlich.

Die größte heute noch existierende Staatsbrauerei ist die Rothaus-Brauerei mit Ihrer wohl bekanntesten Biermarke Tannenzäpfle. Besonders bei jungen Kunden gilt sie schon als Kult.

Gebraut von Studenten

Weihenstephan hingegen ist die kleinste der drei Staatsbrauereien.

Die Brauerei ist Teil der technischen Universität München. Hier immatrikulierte Studenten können auf dem Weihenstephaner Berg der Stadt Freising gemeinsam mit ihren Professoren nach alter Tradition Bier brauen. Durch die Studenten mit technischem Verständnis wurden die technischen und wirtschaftlichen Abläufe stets analysiert und verbessert. Die Brauerei Weihenstephan nennt sich selbst die älteste Brauerei der Welt.

Weihenstephan macht einen Umsatz von rund 40 Millionen Euro im Jahr. Rothaus liegt bei 78 Millionen und Hofbräu bei 49 Millionen Euro.

Grundsätzlich ist der Absatz von Bier allerdings rückläufig. Das hat auch mit dem sehr umkämpften Markt zu tun. Viele Kunden greifen auch nur noch zu besonderen Anlässen in die Bierkiste.

Wer hat das Bier erfunden?

Um herauszufinden, wo genau das Bier erfunden wurde und wer dafür verantwortlich ist, wollen wir als erstes einen Blick auf das Wort werfen.

Das Wort „Bier“

Eine Information vorab: Die Etymologie des Wortes Bier ist leider ungeklärt. Unter den Sprachwissenschaftlern herrscht Uneinigkeit und daher gibt es verschiedene Erklärungsversuche, woher das Wort Bier stammt. Womöglich wurde es aus dem vulgär lateinischen biber, zu Deutsch Trank, abgeleitet. Darauf deutet aus dem Althochdeutschen bior und aus dem Frühhochdeutschen beor hin.

Auf der anderen Seite könnte das Wort allerdings auch aus dem Zusammenhang der indogermanischen Wurzel kommen. Hier bedeutet bher oder bhreu übersetzt kommen, sieden, wallen.

Heute können wir das Bierbrauen bereits bis zum 4. Jahrtausend vor Christus nachvollziehen. Nach oft zitierten Überlieferungen ist es durch Zufall vor etwa 6.000 Jahren in Mesopotamien entstanden. Dieses Gebiet ist heute zu großen Teilen dem Irak zugehörig und dem Nordosten des heutigen Syrien. Hier befand sich zumindest der Kernbereich Mesopotamiens auf der heutigen Landkarte.

Der Zufall

Im Jahre 4000 v. Chr. ließ irgendwo zwischen Tigris und Euphrat ein Bäcker des Völkes Sumerer seinen Teig zu lange in der Sonne gehen. Der Gärprozess im Zusammenspiel mit der wärmenden Sonne und den Hefekulturen wurde in Gang gesetzt. Am Ende kam dabei eine Masse heraus, die zum einen sehr klebrig war, aber vor allem eine beschwipste Wirkung hatte. Genau das waren die Zusammenwirkungen der Substanzen im heutigen Bier. So lautet jedenfalls die Legende.

Die Einwohner des Zweistromlandes von Mesapotamien, die Sumerer, entwickelten jene “Bier-Kultur” weiter. Das sehr begabte und hochentwickelte Volk brachte in kurzer Zeit 4 verschiedene Methoden hervor, aus Getreideteig, welches vergoren war, süffiges Bier herzustellen. Viele Frauen der Sumerer zogen das Bier aus dem sogenannten Emmer vor. Das war die erste überlieferte Weizenart der menschlichen Geschichte. Das heutige Dinkelgetreide ist mit diesem vergleichbar.

Auch in den Nachbarländern wie zum Beispiel Ägypten lieben die Menschen das Bier. Das ist auf Funden und Schätzen der damaligen Zeit entsprechend zuverlässig überliefert.

Auch in den ersten Weltliteraturen ist das Wort “Bier” bereits erwähnt worden. So bekommen wir Gewissheit, dass die Weltbewohner bereits sehr früh in der Menschheitsgeschichte mit dem Thema Bier vertraut waren.

Weniger die Herstellung des Bieres als vielmehr das Biertrinken gab es natürlich auch bei den uns bekannten germanischen Völkern. Das belegen hinreichende überlieferte Funde aus der Zeit um Achthundert v. Chr. in Form von Krügen und Amphoren. Im germanischen Stamm war so geregelt, dass das Bierbrauen die Aufgabe der weiblichen Stammesmitglieder war. Die Männer kümmerten sich dann eher um das Trinken.

Viele Bierbrauer der heutigen Zeit sind den Menschen von damals sehr dankbar. Wäre der Bäcker nicht gewesen, würden wir heute höchstwahrscheinlich kein Bier haben oder es hätten die menschen erst später von den Superkräften der Hefe Kenntnis erlangt.

Die Geschichte des Biers

Besonders im frühen Mittelalter wurde die Kunst des Brauens perfektioniert und weiterentwickelt. Die Mönche wurden zu wahren Meistern der Braukunst. Das Schweizer Kloster aus St. Gallen ist die erste Brauerei unter der Leitung von Mönchen. Diese Information stammt aus einer Chronik, die im Jahre 820 nach Christus entstanden ist.

Um Kosten zu sparen, beschäftigten sich die Mönche nicht nur mit dem Bierbrauen. Seit diesem Zeitpunkt war auch der Anbau des Getreides und des Hopfens ihr Metier. In ganzen Hopfengärten versuchten sie, die Anbaukultur weiterzuentwickeln und neue Geschmacksrichtungen zu kreieren. Nicht zuletzt ging es ihnen in der damaligen schweren Zeit auch darum, ein besonders nahrhaftes Produkt herzustellen, denn die Kirche war nicht – wie in der heutigen Zeit – reich, sondern teilweise genauso arm wie das Volk. Daher haben die Mönche auch oft während der Fastenzeit Bier getrunken, denn das Bier brachte dem Körper Kalorien, brach aber nicht das Fasten.

Vom Papst erlaubt

Um sicherzustellen, dass das Oberhaupt der Kirche tatsächlich während der Fastenzeit dem Biergenuss zustimmte, entschieden sich die Mönche, dem Papst höchstpersönlich eine Probe ihres Spezialbieres zu schicken. Dieser Legende nach verkostete der Papst das Bier allerdings nicht.

Den langen Weg über die Alpen nach Rom überstand das Gebräu nämlich nicht unbeschadet, sondern landete als saure Brühe vor den Füßen des Papstes. Dieser sah in dem Genuss dieser ihm unbekannten Brühe, die dazu wahrscheinlich auch noch unangenehm roch, eher eine Buße und gab dem Genuss während der Fastenzeit seinen Segen, ohne selbst probiert zu haben. Im alten Rom war selbstverständlich Wein das Getränk Nummer eins und der Pontifex Maximus konnte mit dem Bier nichts anfangen. Aber auch im alten Rom finden sich Hinweise, dass das Bier Cervisia genannt wurde nach Ceres, der Göttin der Feldfrüchte.

Die Mönche hatten nach der Trink-Erlaubnis des Kirchenoberhauptes natürlich viel zu tun. Denn es sprach sich herum, dass während der Fastenzeit Bier getrunken werden durfte. Daher florierte der Handel und viele Klöster sprangen auf den Zug auf.

Viele Klöster – und nicht zuletzt dadurch auch die katholische Kirche – wurden dadurch sehr reich. Das Geschäft mit dem Klosterbier und dem Segen vom Papst höchstpersönlich spornte die sehr gläubigen Menschen der damaligen Zeit an, Bier zu kaufen.

Im Laufe der Zeit wurden auch berauschende Zusätze von den Menschen verwendet, die die Alkohol-Wirkung des Bieres verstärken sollten.